Barbara Salaun

 

  Ein Artikel von Katerina Teresidi

 

Sommerpalast

 

Welterbe - Veduten

Aus dem Italienischen „veduta“, d.h. „Ansicht“ oder „Aussicht“, wird die Vedute in der bildenden Kunst dem Genre der Landschaftsmalerei zugeordnet. Der Ursprung der Vedute wird auf das 17. Jahrhundert zurückgeführt, deren Wurzeln finden sich aber vermutlich schon viel früher in der Geschichte. Die Stadt- bzw. Landschaftsansicht strebt nach einer detailgetreuen Wiedergabe einer Szenerie mit dem Ziel der Wiedererkennbarkeit.

Die Künstlerin Barbara Salaun greift für ihre Arbeiten auf das traditionelle Medium der Radierung zurück, das sie in Kombination mit den sogenannten Neuen Medien durch Digitalisierung in den virtuellen Raum erweitert.

Der Brückenbau zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die 1964 in Wien geborene Künstlerin Barbara Salaun arbeitet multimedial und verbindet traditionelle Drucktechniken wie Lithografie und Radierung mit den Möglichkeiten der digitalen Welt bis hin zum Einsatz von Augmented Reality. Scheinbar gegensätzliche Herangehensweisen und Verfahren werden einfühlsam miteinander verwoben und so entstehen Arbeiten, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem Kunstwerk vereinen. In ihren aktuellen Grafikserien widmet sie sich ausgewählten Welterbestätten in Österreich und China und wird so zu einer Brückenbauerin zwischen den Kulturen.

Die Künstlerin verarbeitet ihre Eindrücke aus beiden Kulturkreisen in der europäischen
Ausdrucksweise der klassischen Radierung, die sie bevorzugt mit einem sehr reduzierten Auftrag von Blattgold und Aquarell akzentuiert. Im Laufe Ihres Schaffensprozesses realisierte sie mehrere internationale Ausstellungen. Ausgangspunkt ist die digitale Revitalisierung des im 2. Opiumkrieg zerstörten Alten Sommerpalastes Yuanmingyuan in Peking, der ein Denkmal ersten Ranges der VR China darstellt. Mit ihren Radierungen gab sie dem Palast in der virtuellen Realität seine dreidimensionale Erscheinungsform zurück. In Ihrer Serie „Konfuzius sprach“ - Inspiration aus Qufu thematisierte sie die Welterbestätte „Konfuziustempel, Friedhof und Residenz der Familie Kong“ in Qufu, Provinz Shandong. Zu ihren Welterbeveduten Wiens gehören das Historische Zentrum Wien sowie Schloss und Gärten von Schönbrunn.

 




Die Künstlerin

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